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Glücksforschung


 

Wie man wirklich glücklicher wird
und dauerhaft bleibt


Auszug aus der 12., aktualisierten Neuauflage unseres Buches, Januar 2015:


Die glücklichsten Menschen sind nicht die Teens und Twens, sondern die 65- bis Anfang 70-Jährigen, die jungen Alten!

Die meisten Menschen wissen zu wenig über oder haben falsche Vorstellungen vom Alter. Sie glauben zum Beispiel, dass ihr Glück und Wohlbefinden abnimmt, wenn sie älter werden. Fragt man sie nach dem "Warum?", dann begründen sie ihre Meinung mit den altbekannten Unbilden des Alters: Der nachlassenden Kraft und allgemeinen Gesundheit, dem Tod des Partners oder von Freunden, Einsamkeit oder der Vorstellung, dass ältere Menschen (65 Jahre plus) hilfsbedürftig und abhängig von Anderen werden. Außerdem glauben viele auch, dass es bemerkenswert unglückliche Lebensabschnitte im Leben gibt, beispielsweise die Pubertät, die so genannte "Midlife Crisis" oder insbesondere das Alter. Diese weit verbreiteten Meinungen sind schmerzhaft falsch. Warum?
     Erstens gibt es nicht den klitzekleinsten Beweis für persönliche Umbrüche in der Mitte des Lebens, der so genannten "Midlife Crisis", in den 40er Jahren. Die "Krise in der Mitte des Lebens" ist eine Erfindung, ein genialer Buchtitel und das Hirngespinst einer amerikanischen Journalistin, deren Namen ich - Gott sei dank! - vergessen habe. Die "Krise in der Mitte des Lebens" findet nicht statt. Es gibt sie nicht. Mag sein, dass sie bei den Orks auf dem Zork festgestellt wurde. Bei den Menschen konnte sie auf der Erde bis heute nicht festgestellt werden (McCrae und Costa, 1990; Wethington, Cooper und Holmes, 1997). Jeder Mensch kann zwar im Laufe seines Lebens Krisenzeiten durchmachen, aber nicht in einem vorhersagbaren Zeitabschnitt. Manche haben eine Krise in ihrer Pubertät, manche in ihren 20er, 30er, 40er, 50er, 60er, 70er, 80er, 90er oder 100er Jahren. Manche hatten nie eine Krise, und bei manchen Leuten ist ihr ganzes Leben lang eine Krise.
    Das so genannte "Leere-Nest-Syndrom" - ein Gefühl der Sinnlosigkeit und verlorenen Bedeutung, nachdem die Kinder das Haus für immer verlassen haben - entpuppte sich ebenfalls als selten. Im Rahmen von drei Langzeitstudien wurde festgestellt, dass sich die Mütter erleichterter und wohler fühlten, nachdem ihre Kinder das Haus endgültig verlassen hatten. Für die meisten Paare ist das leere Nest ein glücklicheres Nest - ein Ort, zu dem das Glück nach all den stressigen Jahren der Kinderaufzucht wieder zurückgekehrt ist. "Midlife Krise", "Wechseljahre des Mannes", "Leeres-Nest-Syndrom", sind nichts weiter als leere Worthülsen. Ein Schmarrn. MUNDUS VULT DECIPI, ERGO DECIPIATUR (lat.: "Die Welt will betrogen sein, also werde sie betrogen.")
     Zweitens haben die Altersforscher John Rowe und Robert Kahn im Rahmen eines zehnjährigen Langzeitprojekts herausgefunden, wie man munter in die Jahre kommen kann ohne zu vergreisen. Mit ihrem Team befragten und untersuchten sie Tausende von Männern und Frauen jenseits der siebzig, die in ihrer häuslichen Umgebung lebten. Ihre Bilanz fällt verblüffend ermutigend aus: "Die Begegnungen mit den älteren Leuten lehrten uns, dass die meisten viel unabhängiger, leistungsfähiger und auch gesünder sind als weithin angenommen." Im Brennpunkt der Altersforschung hätten bisher viel zu sehr jene Menschen gestanden, die auf Pflege in Altersheimen und Krankenhäusern angewiesen waren - insgesamt nur etwa fünf Prozent aller älteren Menschen.
     "Schwächlich, kränklich, wackelig, gehandikapt, macht- und geschlechtslos, schlechtgelaunt, passiv, unsicher und einsam", das weit verbreitete Bild vom älteren Menschen ist geprägt von Jahrhunderte alten, abgedroschenen Vorstellungen und Vorurteilen, kritisieren Robert Kahn und sein Kollege. Um die eigenen Chancen für ein erfülltes Alter wahrzunehmen empfehlen sie, sich erst einmal von diesen weit verbreiteten, überkommenen Vorurteilen und falschen Vorstellungen zu befreien, einschließlich der Vorstellung, dass Altsein mit Unglücklichsein einhergehe.
     Zwar hatte jenseits der Fünfundsiebzig jeder dritte zu hohen Blutdruck, Herzbeschwerden oder Hörschäden und elf Prozent leiden an altersbedingtem Blutzucker, doch diese Gesundheitsbeschwerden fallen im Alltag kaum ins Gewicht, sondern werden routinemäßig, nebenbei und en passant erledigt. Wir altern weit öfter quicklebendig, unternehmungslustig und voller Lebensfreude, als krank und hinfällig. Die meisten älteren Menschen wollen ihr Dasein nutzen und das Mark des Lebens noch einmal auskosten. Fast 90 Prozent der 65- bis 74-Jährigen berichteten über keinerlei Gesundheitsbeschwerden, und von den über 85-Jährigen fanden sich noch rund 40 Prozent "voll funktionstüchtig".
     Nur ein abgedroschenes Klischee ist auch der geistige Verfall im Alter. Jeder vergessene Name oder verlegte Schlüssel beschwöre zwar das Schreckgespenst der Alzheimer-Krankheit herauf, doch Opfer dieser Krankheit würden "weniger als 10 Prozent aller Menschen zwischen 65 und 100 Jahren." Obwohl sich unser Kurzzeitgedächtnis, das nur vorübergehend Informationen speichert, mit den Jahren verschlechtert, kann unser Erinnerungsvermögen mit Gedächtnistraining - ob gezielt oder spielerisch - aufgebessert werden. Zwar geht das Denken – wie alles – etwas langsamer vor sich, mit etwas mehr Zeit ausgestattet könnten aber auch ältere Menschen beachtliche Leistungen schaffen. Auch das Alter hat seine guten Seiten.
    Die wichtigste Botschaft von John Rowe ist aber, dass wir die Art und Weise wie wir altern gewaltig beeinflussen können. Weit mehr als bisher angenommen liegt der Erfolg des glücklichen Alters in unseren eigenen Händen." Der Einfluss der Gene wurde weit überschätzt. Nachdem beide Forscher die rund 25.000 Zwillingspaare aus dem über 70 Jahre lang geführten schwedischen Zwillingsregister (SATSA) in ihre Studie einbezogen hatten, entmachteten sie die Theorie von der Herrschaft der Gene. Nur ein Drittel aller Altersprobleme sind genetisch veranlagt.
     Am Beispiel der Blutfett-Werte zeigt sich besonders deutlich, dass der Lebensstil ausschlaggebend ist: Im Alter von 70 Jahren war bei den Zwillingspaaren mit hohen Blutfett-Werten die Macht der Gene vollständig verschwunden. Abhängig war ihr Blutfett-Spiegel vielmehr völlig von ihrem Lebensstil – von ihrer Ernährung und Bewegung. Ihre Studie beweist, "dass wir, zu einem großen Teil, für unser eigenes Altwerden verantwortlich sind." Weil die Natur "erstaunlich nachsichtig ist", sei es "nie zu spät" unsere Lebensgewohnheiten zu ändern. Selbst der hartnäckigste Pantoffelheld könne noch im hohen Alter messbar von mehr körperlichen Bewegungen profitieren. Für den Verzicht aufs Rauchen und die Mühen regelmäßiger Bewegung gebe es eine hohe Belohnung - "mit 90 mit dem Fahrrad statt im Rollstuhl zu fahren."
     Sport, aktive Teilnahme am Leben, Freundschaften und geselliges Beisammensein sind, neben gesunder Ernährung, die besten Jungbrunnen. Als Beweis dafür zitieren die Altersforscher den 91-jährigen Edward, der zeitlebens nie Sport getrieben hat, bis er mit 86 in eine Fitnessgruppe eintrat: "Nachdem ich damit angefangen hatte, fühlte ich mich stärker und viel aktiver. Das Gewichtheben verbesserte mein Laufen, und ich schlafe besser und habe mehr Freude am Essen. Das Kraft-Training hat mein Leben verändert."
     Drittens und vor allem liefert den stichhaltigsten Beweis dafür, dass ältere Menschen glücklicher sind als Menschen in mittleren oder jüngeren Jahren, die offizielle amerikanische Statistik. Das US-National Opinion Research Center in Ann Arbor, Michigan, führt seit Jahrzehnten alljährlich landesweit eine repräsentative Umfrage durch. Seine Standardfrage zum Glück und Wohlbefinden lautet dabei immer:
"Im Großen und Ganzen, was würden Sie sagen: Wie fühlen Sie sich zur Zeit? Würden Sie sagen, Sie sind zur Zeit:
a) sehr glücklich,
b) ziemlich glücklich oder
c) nicht allzu glücklich?"

      Bis zur Drucklegung unseres Buches Glücksforschung und Glückswissenschaft Band I: Wie man wirklich glücklicher wird wurden die Umfrageergebnisse von 32.029 Befragten aus den 23 Jahren von 1972 bis 1994 veröffentlicht. Die folgende Grafik fasst seine Umfrage-Ergebnisse auf einen Blick zusammen:


Mit zunehmendem Alter gibt es immer mehr sehr glückliche Menschen

Das überaus Erfreuliche an dieser Grafik ist, dass der Anteil der Personen, die angaben, dass sie zur Zeit der Umfrage "sehr glücklich" waren, gleichmäßig über alle Altersgruppen hinweg zunimmt, bis auf die älteste Altersgruppe, bei der er wieder abnimmt. Folgerichtig nahm der Anteil der Personen, die angaben, dass sie "ziemlich glücklich" waren, gleichmäßig über alle Altersgruppen hinweg ab, bis auf die älteste Altersgruppe, bei der er wieder zunahm. Diese Abnahme der "ziemlich Glücklichen" hängt direkt mit der Zunahme der "sehr Glücklichen" zusammen, weil ein Blick auf die dritte Gruppe der "nicht allzu Glücklichen" über die Jahre hinweg keinen klaren Trend erkennen lässt und außerdem kaum prozentuale Veränderungen aufweist.

 Wenden wir uns jetzt - im Einzelnen - den drei Teilen des Glücks zu und betrachten, wie sie sich im Laufe des Lebens verändern. Betrachten wir zuerst die Zufriedenheit mit dem Leben im Ganzen. Auch hier beweisen europaweit durchgeführte Umfragen - mit repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der EU-Länder ausgewählten Umfrageteilnehmern - mit insgesamt 169.776 Personen aller Altersstufen aus 16 EU-Ländern, dass ältere Menschen zufriedener mit ihrem Leben sind als jüngere. Das folgende Schaubild fasst die zunehmende Zufriedenheit in verschiedenen Altersstufen zusammen:


Ältere Menschen sind zufriedener als jüngere Menschen

Nachdem wir die größere Zufriedenheit der Älteren festgestellt haben, nehmen wir jetzt die angenehmen und unangenehmen Gefühlen in schärfer ins Visier. Daniel Mroczek und sein Team von der Fordham Universität, New York, untersuchten 1998 in einer landesweit durchgeführten Umfrage - mit 2.727 repräsentativ ausgewählten Umfrageteilnehmern aus den USA - den Zusammenhang zwischen unterschiedlichem Alter und der Häufigkeit der erlebten, angenehmen und unangenehmen Gefühle.
     Die einzige Frage im Fragebogen von Daniel Mroczek war: "Wie viel Zeit haben Sie in den letzten 30 Tagen damit verbracht, sich ... zu fühlen?" Die Liste der möglichen Antwortmöglichkeiten bestand aus jeweils sechs angenehmen oder unangenehmen Gefühlen. Die sechs unangenehmen Gefühle waren: "So traurig, dass mich nichts aufmuntern konnte.", "Nervös", Unruhig und zappelig", "Hoffnungslos", "Alles war eine Anstrengung." und "Wertlos". Die sechs angenehmen Gefühle waren: "Fröhlich", "Gutgelaunt", "Äußerst glücklich", "Ruhig, gelassen und friedlich", "Zufrieden" und "Voller Leben". Die Umfrageteilnehmer konnten jede Frage auf einer Stufenleiter, die von 1 Punkt = "Überhaupt nicht" bis 5 Punkte = "Die ganze Zeit" reichte, ankreuzen. Jeder Teilnehmer konnte also jeweils zwischen sechs Punkten (falls er alle Fragen mit 1 angekreuzt hatte) und dreißig Punkten (falls er alle Fragen mit 5 angekreuzt hatte) erreichen. Zusätzlich wurden die Umfrageteilnehmer gebeten, Angaben über ihr Alter, Geschlecht, Familienstand, körperlichen Gesundheitszustand und ihre Schulbildung zu machen und einen zweiten Fragebogen auszufüllen, der Fragen über ihre Extravertiertheit und Neurotizismus enthielt.
   Die anschließend durchgeführte, schrittweise Regressionsanalyse - bei der die Einflüsse des Geschlechts, Familienstands, Schulbildung, der Extravertiertheit und des Neurotizismus kontrolliert gehalten und gleich Null gesetzt wurden - brachte folgenden überraschenden Zusammenhang zwischen dem Alter und der Häufigkeit der erlebten, angenehmen und unangenehmen Gefühle ans Licht:


Je älter die Menschen sind, desto glücklicher sind sie!

Wie ein Blick auf die Grafik zeigt, steigt die Häufigkeit der angenehmen Gefühle mit zunehmendem Alter etwa ab dem 45. Lebensjahr mit einer zunehmenden Wachstumsrate kurvenförmig an. Die ältesten Befragten hatten den höchsten Stand an angenehmen Gefühlen, höher als alle anderen Altersgruppen. Im Gegensatz dazu nahm die Anzahl der unangenehmen Gefühle während des Lebens (glücklicherweise!) geradlinig ab. Die jüngsten Befragten hatten die meisten und die ältesten die wenigsten unangenehmen Gefühle.
     Nachdem Daniel Mroczek und sein Team die Rohdaten nach Geschlecht in Frauen und Männer aufgeteilt hatten, ergaben sich drei unterschiedliche Muster, die zentral mit dem Alter zusammenhängen: Erstens wurde die erfreuliche Abnahme der unangenehmen Gefühle über alle Altersstufen hinweg durch die Ehe vermittelt und zwar nur bei den verheirateten Männern. Die Ehe, und alles, was mit ihr zusammenhängt, scheint für Männer der beste Dämpfer für  ihre unangenehmen Gefühle zu sein.
     Die 25-jährigen verheirateten oder unverheirateten Männer hatten ungefähr den gleichen Stand (10 Punkte) an unangenehmen Gefühlen, und dieser Stand blieb nut bei den unverheirateten Männern über alle Altersstufen hinweg bis zum 75. Lebensjahr ziemlich gleich. Bei den verheirateten Männern jedoch sank der Stand der unangenehmen Gefühle über alle Altersstufen hinweg beachtlich von 10 auf etwa 7,4 Punkte bis zum 75. Lebensjahr.
       Was geht hier genauer vor, wie kommt das? Die jungen, unverheirateten Männer hatten in etwa den gleichen Stand an unangenehmen Gefühlen wie die unverheirateten Männer im mittleren oder älteren Alter. Die Gruppe der unverheirateten Männer bestand in dieser Umfrage aus nie verheirateten, geschiedenen, verwitweten und getrennt lebenden Männern. Anscheinend haben die jüngeren, unverheirateten Männer mehr unangenehme Gefühle, weil sie noch nicht verheiratet sind und die älteren Männer, weil sie geschieden, getrennt lebend oder verwitwet sind. Was immer der wirkliche Grund dafür auch sein mag, dass unverheiratete Männer mehr unangenehme Gefühle haben, alle haben einen relativ höheren Stand an unangenehmen Gefühlen als verheiratete Männer.
      Bei den verheirateten Männern war der Trend genau umgekehrt: Je älter sie waren, desto weniger unangenehme Gefühle hatten sie. Was die Frauen in allen Altersstufen betrifft, so stand ihr Alter und die Häufigkeit ihrer unangenehmen Gefühle in keinerlei Beziehung zueinander. Vorläufig zusammenfassend kam Daniel Mroczek zum Schluss, dass bei den verheirateten Männern über alle Altersklassen hinweg ihre unangenehmen Gefühle geradlinig abnahmen.
     Zweitens gilt der kurvenförmige Anstieg der angenehmen Gefühle nur für Frauen, während die Kurve der angenehmen Gefühle der Männer nur geradlinig verlief. Frauen erleben also mit zunehmendem Alter mehr angenehme Gefühle als Männer, und das macht sie glücklicher.
     Drittens fand Daniel Mroczek und sein Team heraus, dass die Stärke des Zusammenhangs zwischen Alter und angenehmen Gefühlen vom Grad der Extravertiertheit - (extravertiert Ö ambivertiert (oder so zwischen drin) Ö introvertiert) - vermittelt wird, aber dies gilt wiederum nur für Männer, nicht für Frauen. Zwar hatten über alle Altersstufen hinweg die extravertierten Männer, wie wir schon wissen, durchweg den höchsten Stand an angenehmen Gefühlen und die introvertierten Männer den niedrigsten, aber die relative Zunahme und Steigerungsrate der angenehmen Gefühle war bei den extravertierten Männern am geringsten, bei den ambivertierten steiler und bei den introvertierten über alle Altersstufen hinweg am steilsten. Während die älteren extravertierten Männer kaum mehr angenehme Gefühle erlebten als die jüngeren extravertierten, erlebten die älteren introvertierten Männer wesentlich mehr angenehme Gefühle als die jüngeren introvertierten.
     Viertens gelten ähnliche Ergebnisse auch für Deutschland. Von den 82 Millionen Deutschen (1999) sind 18 Millionen über sechzig Jahre alt. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge, deren Ergebnisse auf dem Europäischen Gerontologie-Kongress in Berlin im Juli 1999 veröffentlicht wurden, sind ältere Menschen mehrheitlich mit ihren Leben zufrieden. Rund zwei Drittel von ihnen sehen ihre Vergangenheit positiv und blicken optimistisch in die Zukunft. Zu diesem Ergebnis kam die Langzeitstudie, die über einen Zeitraum von zehn Jahren durchgeführt wurde und in der mehr als 500 Menschen zwischen 70 und 100 Jahren befragt wurden. Fast alle Teilnehmer gaben an, noch Ziele im Leben zu haben, und die Mehrzahl glaubte, dass sie ihre Geschicke selbst in der Hand hat. Auch den deutschen Ergebnissen zufolge sind gesundheitliche Probleme im Alter nicht der Hauptgrund für ihre gesellschaftliche Abkapselung. Menschen, die in jungen Jahren eher passiv waren, neigten im Alter ebenfalls zu einem eher zurückgezogenen Leben.
     Wer jung ist soll nicht zögern sich des Lebens zu erfreuen, und wer alt ist soll nicht müde werden sich an ihm erfreuen. Für keinen ist es zu früh und für keinen zu spät sich um seine mentale (das heißt auf Deutsch: gefühlsmäßig à gedankliche) Gesundheit zu kümmern. Für die Jungen nicht, damit sie gleichzeitig jung und alt sind und keine Angst vor der Zukunft haben, und für die älteren Menschen nicht, damit sie im Alter noch jung bleiben.
     Während wir älter werden, werden unsere Gefühle immer wichtiger für uns, und wir lernen im Laufe des Lebens immer besser, sie geschickter zu organisieren und erfolgreicher mit ihnen umgehen zu können. Jüngere Menschen und Menschen in den mittleren Jahren betrachten ihre Zukunft noch als weitgehend offen und sind weltlichen Dingen mehr zugewandt, während ältere Menschen ihre Zukunft schon als begrenzter betrachten. Dieser Blickwinkel veranlasst sie, noch einmal aufs Gaspedal des Lebens zu drücken, Gas zu geben und einen höheren Gang einzulegen, um ihre angenehmen Gefühle zu maximieren und ihre unangenehmen zu minimieren. Zusätzlich wissen sie aufgrund ihrer größeren Lebenserfahrung besser, was ihre angenehmen Gefühle wirklich maximiert und ihre unangenehmen Gefühle wirklich minimiert und picken sich aus dem Leben nur das heraus, was sie nur noch wirklich interessiert oder auf gut Deutsch: glücklich macht. Ihr besseres Gefühlsmanagements sagt ihren zusätzlichen Gewinn in der aufwärts Steuerung ihrer Gefühle und folglich ihr größeres Wohlbefinden voraus. Und alles zusammen genommen führt zu ihrem größeren Glück und Wohlbefinden im späteren Leben.



Ich will alles darüber wissen ...


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Klein Albert Einstein

Glücksforschung und Glückswissenschaft Band I - Wie man wirklich glücklicher wird


Glücksforschung und Glückswissenschaft Band II - Hirnforschung, Neurobiologie, DNS und unsere happy Gene

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