Klein Albert Einstein

Glücksforschung und Glückswissenschaft Band I - Wie man wirklich glücklicher wird
Glücksforschung und Glückswissenschaft Band II - Hirnforschung, Neurobiologie, DNS und unsere happy Gene
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Glücksforschung

Wie man wirklich glücklicher wird

Auszug aus der 7., aktualisierten Neuauflage unseres Buches, Januar 2010:
Glücksforschung und Glückswissenschaft Band II
Hirnforschung, Neurobiologie, DNS und unsere happy Gene


2. Glück ist, wenn die Biochemie im Gehirn stimmt:
Der Botenstoff-Cocktail des Glücks und Wohlbefindens

Die 4 Botenstoffe des Glücks und Wohlbefindens    Wie glücklich oder unglücklich wir sind, geht mit vier Botenstoffen sehr eng Hand in Hand. Vor allem der alles entscheidende „Freudensaft“ und Botenstoff zum Aufbau unserer Glücksgefühle Dopamin spielt - in Verbindung mit Noradrenalin - dabei die zentrale Hauptrolle.
   Aber auch Serotonin und die Endorphine sind an unserem Glück und Wohlbefinden zentral beteiligt. Dabei sind diese Botenstoffe die stärksten, uns mental (auf Deutsch: gemütsmäßig à gedanklich) verändernden Wirkstoffe, welche die Natur in Jahrmillionen zusammengebraut hat.
   Damit diese, uns mental verändernden Botschaften von einer Nervenzelle zu ihren Partnerzellen übertragen werden können, sind sie als Fährboote zwischen ihnen notwendig. Dabei sind sie unsere selbst produzierten Überträger- und Signalmoleküle, die jede Botschaft zwischen den Nervenzellen übertragen. Ohne sie ist keine Kommunikation im Gehirn möglich. Deshalb liegen sie jeder Emotion, jedem Gefühl, allem Denken, jeder Entscheidung, jeder Erinnerung, jeder Bewegung und allem Tun oder Lassen zugrunde. Alles, was in unserem Gehirn abläuft, hängt von ihnen ab.
    Ohne Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und die Endorphine könnte unser Gehirn keine Informationen verarbeiten. Unser individuell unterschiedlicher Botenstoff-Cocktail ist deshalb nicht nur überlebensnotwendig für uns, sondern spielt auch die ständig leise Hintergrundmusik bei allem, was wir empfinden, fühlen, denken, entscheiden und tun oder lassen und uns in einen Zustand versetzt wie: „Ich bin glücklich und zufrieden.“

2.1 Dopamin: Weit mehr als nur der Botenstoff des Glücks, der Lust und des Vergnügens

    Der entscheidende Botenstoff zum Aufbau unserer Glücksempfindungen ist Dopamin in Verbindung mit Noradrenalin. Dabei wirkt Dopamin wie eine reizvolle Verführerin auf einer Südsee-Insel, bei deren Anblick wir uns „sehr gut“ fühlen. Ihr Anblick löst in uns Begehren, Wollen, freudige Erwartungen schöner Umstände in der Fantasie, Motivation, Antrieb, Aufmerksamkeit, Interessiertheit, „Rangehen!“, Lust, Freude, Vergnügen, Begeisterung und Glücksempfindungen aus und hält sie aufrecht. Dabei wirkt Dopamin wie ein Scheinwerfer, der unsere Aufmerksamkeit auf alles denkbar Angenehme, Erfreuliche und Vergnügliche lenkt, bündelt und uns vorwärts, voran, hin zur Erreichung unserer Ziele antreibt.
    Andrerseits ist das Gegenteil aber leider auch wahr: Ohne genug Dopamin machen wir nichts, rein gar nichts, keinen Finger krumm und keinen Handschlag, weil zuwenig Dopamin in den dopaminergen Synapsen deckungsgleich mit Freud-, Antriebs-, Lust- und Interesselosigkeit einhergeht und depressive Menschen einen zu geringen Dopaminspiegel in ihren Synapsen haben.
   Dopamin ist der ausschlaggebende Botenstoff zur Beschaffung aller Arten von Belohnungs- und „Glückshappen.“ Ein erhöhter Dopaminspiegel in den Synapsen ist deshalb mit allem Angenehmen, Erfreulichen und Vergnüglichen und ein zu niedriger mit chronisch schlechter Stimmung, leichter, mittelgradiger und schwerer Depression untrennbar eng miteinander verbunden. Die folgenden zwei Grafiken zeigen zum schnellen Überblick die neuro- und molekularbiologischen Lebensprozesse des Dopamins:

Dopaminsynapse

Dopaminsynthese-Dopaminrezeptoren-Synapse und cAMP-Regelkreis

   Aber nicht nur das. Der Leitgedanke, dass ein einzelner Botenstoff uns zu so unterschiedlichen Dingen wie Drogenkonsum, Arbeiten, Lernen und Bildung unseres Kurz- und Langzeitgedächtnisses, Erfolgserlebnisse, Essen, Trinken, Rauchen oder Sex antreibt, hat die Neuro- und Molekularbiologen seit ein paar Jahren elektrisiert. Das amerikanische Nachrichtenmagazin TIME magazine und die beiden renommierten Wissenschaftsmagazine Science und Nature haben ihm Titelstorys gewidmet.
   Seitdem wird Dopamin, seine Rezeptoren und innerzelluläre Weiterverarbeitung in den Empfangszellen im Zusammenhang mit so unterschiedlichen Dinge wie Motivation, Lernen, Erinnerungsvermögen, Kurz- und Langzeitgedächtnisbildung, Sex, Konzentrationsfähigkeit, Ehetreue, Extravertiertheit, Aufmerksamkeit, Zielorientierung, Vergnügen, Vorfreude, Freude und unserem Glück und Wohlbefinden erforscht. „Oh Dopamin, wie lieb' ich dich!“

2.2 Der Stimmungsaufheller Serotonin gibt uns Gelassenheit, gefühlsmäßige Ausgeglichenheit, inneren Frieden, Ruhe und Zufriedenheit

   Serotonin ist lebensnotwendig. Es gibt uns das Gefühl der Gelassenheit, Ausgeglichenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit. Unter anderem ist es dadurch auch an unserem Appetit und Essverhalten, dem Gefühl der Sättigung und Angstfreiheit beteiligt. Ein ausreichend hoher Serotoninspiegel in den Synapsen überträgt gleichsam die Botschaft, dass wir satt, gelassen, innerlich ausgeglichen, ruhig und zufrieden sind. Dabei dämpft es eine ganze Reihe unterschiedlicher Gefühlszustände wie Aggressivität, Hunger, Angstgefühle, Kummer und Sorgen, Niedergeschlagenheit und Depressionen. Deshalb wurde Serotonin auch einmal von einem Neurobiologen als „der uns zivilisierende Botenstoff“ und von andern als der „feel good“-, „Well-Being“- oder „Wohlbefindens“-Botenstoff bezeichnet, weil wir dank ihm ruhig und gelassen an uns und der Welt teilhaben können.
   In erster Linie dämpft Serotonin die Angst. Ein Mangel an Serotonin wurde deshalb bei so unterschiedlichen mentalen Störungen wie behindernder Schüchternheit, Sozialphobie, allen Angststörungen, „leichter“, mittelschwerer, schwerer Depression, zorniger Feindseligkeit, Aggressivität, Migräne, zwanghafter Wiederholungsstörung häufig wiederkehrenden schwarzen Gedanken über den eigenen Tod, wiederholten Selbstmordversuchen (Courtet, 2004) und Selbstmorden nachgewiesen.
   „Unser Gefühlsleben ist wie ein Konzert“, meint Solomon Snyder von der John Hopkins University, „und Serotonin ist der Dirigent, nach dem sich alle richten“. Es sorgt von vornherein dafür, dass wir auf alles gelassener reagieren können. Ein paar Botenstoffe sagen uns zum Beispiel, wann unser Magen voll ist. Serotonin sagt uns, wann wir gesättigt und zufrieden sind. Ein paar andere Botenstoffe helfen uns, den Wasserstand in einem Glas Wasser wahrnehmen zu können. Serotonin sagt uns, ob das sprichwörtliche Glas Wasser „halb voll“ oder „halb leer“ ist. Es sagt deinem Gehirn und damit dir: „Du bist satt, gelassen, ausgeglichen, innerlich ruhig und zufrieden.“
   Zum Einstieg in unser Thema zeigt uns die folgende Grafik unser Serotoninsystem und seine Nervenbahnen im Gehirn:

Unser Serotoninsystem
Unser Serotoninsystem

Strukturformel für Serotinin
Strukturformel für Serotonin

2.3 Noradrenalin erregt, aktiviert, macht uns wach und reaktionsbereit, und wir sind aufmerksamer, motivierter und leistungsbereiter

2.4 Die Endorphine: Unsere Schmerzkiller

2.5 Oxytocin, das vertrauensbildende Hormon für mehr Liebe, Sex, zwischenmenschliche Risiko- und Kooperationsbereitschaft, Sinn für partnerschaftliche Fairness und Edelsinn

 

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Copyright © 1999 - 2010 Dipl.-Kfm. Dipl.-Hdl. Bernd Hornung. Alle Rechte vorbehalten.

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