Leseprobe
aus der 9., aktual. Neuauflage unseres Buches, 1. Januar 2012:
Die Zunahme
der Lebenszufriedenheit der ostdeutschen Frauen und Männer während der 11 Jahre von 1991 bis 2001
Drei Zufriedenheitsökonomen wollten wissen wie stark der mehr als 40-prozentige Anstieg des realen monatlichen Netto-Haushaltseinkommens
(in Preisen von 1995) die Lebenszufriedenheit der ostdeutschen Männer und
Frauen ursächlich beeinflusst hat. Dabei fanden sie heraus, dass die Lebenszufriedenheit der:
ostdeutschen Männer (1991: 6,0 Punkte ® 2001: 6,4 Punkte) und
ostdeutschen Frauen (1991: 5,9 Punkte ® 2001: 6,5 Punkte)
in den 11 Jahren von 1991 bis 2001 um rund 20 Prozent statistisch
bedeutend zugenommen hat und ab 1996 zu einer gefestigten Annäherung bis auf
0,7 Punkte an die Zufriedenheit der Westdeutschen mit ihrem Leben führte
(Zum Vergleich: Westdeutsche 1991: 7,4 Punkte ® 1996: 7,0 Punkte ®
2001: 7,2 Punkte), wie die folgende Grafik zeigt:
Rein wegen ihres gestiegenen monatlichen Netto-Haushaltseinkommens nahm
die Zufriedenheit der ostdeutschen Männer und Frauen mit ihrem Leben im Einzelnen folgendermaßen zu:
:
Männer: 1991 bis 1996: (Zunahme an Lebenszufriedenheit insgesamt 0, 55 Punkte) 0,28* Punkte, Männer: 1996 bis 2001: 0,00 Punkte,
Frauen: 1991 bis 1996: (Zunahme an Lebenszufriedenheit insgesamt 0,57 Punkte) 0,26* Punkte,
Frauen: 1996 bis 2001: 0,01* Punkte.
Damit Sie die Daten leichter verstehen können folgende zwei
Beispiele: Betrachten Sie die Ergebnisse für die ostdeutschen Männer in den
sechs Jahren von 1991 bis 1996. Die Zufriedenheit mit ihrem Leben nahm
insgesamt um 0,55
Punkte zu. Von dieser Zunahme können 0,28* Punkte durch den Anstieg ihres
monatlichen Netto-Haushaltseinkommens erklärt werden. 0,24* Punkte is explained
by aggregate Veränderungen affecting alle Ostdeutschen und der Rest is accounted
durch Veränderungen in the fixed-effects distribution (0,12). Die Zufriedenheit der ostdeutschen Frauen
mit ihrem Leben
nahm von 1991 bis 1996 insgesamt um
0,57 Punkte zu. Von dieser Zunahme können 0,26* Punkte rein durch den Anstieg
ihres monatlichen Netto-Haushaltseinkommens erklärt werden. 0,29* Punkte is explained
by aggregate Veränderungen affecting alle Ostdeutschen und der Rest is accounted
durch Veränderungen in the fixed-effects distribution (0,12).
Die Hauptverbesserung der Lebenszufriedenheit der Ostdeutschen
ist die Zunahme in the percentage of Ostdeutschen reporting
satisfaction scores of 7 und 8 Punkte, and a decline in those reporting scores between
1 und 5 Punkte. There appears to be little change in the percentage reporting
scores of 9 und 10 Punkte.
The time profiles tell an interesting story.
For both males and females there was a clear Verbesserung in aggregate
Lebensumstände in diesen 11 Jahren. Life satisfaction, however, peaked in 1999, with
satisfaction being 0,34 Punkte höher für die ostdeutsche Männer und 0,40 Punkte
höher für die ostdeutsche Frauen als im Jahr 1991. Beispiele für ihre
beserren Lebensumstände sind mehr persönliche Freiheit und
Beweglichkeit, bessere Unterkünfte und bessere öffentliche Dienste, z. B.
mehr private Telefonanschlüsse.
Mit ihren zerlegenden Ursache-Folge-Berechnungen fanden die drei
Zufriedenheitsökonomen heraus, dass das
gestiegene monatliche Netto-Haushaltseinkommen der Ostdeutschen
ursächlich für ihre Annäherung an die Zufriedenheit mit dem Leben der
Westdeutschen ist. Das gestiegene monatliche Netto-Haushaltseinkommen der
Ostdeutschen erklärte rund 35 bis 40 Prozent ihrer 20-prozentig
gestiegenen Zufriedenheit mit ihrem Leben.
Die Ergebnisse der Zufriedenheitsökonomen stimmen vollkommen
mit den bereits erwähnten Ergebnissen des Nobelpreisträgers für
Wirtschaftswissenschaften 2002 und Glücksforschers Daniel Kahneman über die Amerikaner überein, dass mehr Geld zu verdienen oder zu haben sicher
zählt und die größte Rolle bei der Beurteilung der Zufriedenheit mit dem eigenen
Leben spielt (Frijters, 2004a, 2004b, Kahneman, 2010, 2011).